Gallensteine auflösen ohne OP: Medikamente & Methoden
Viele Patienten suchen nach Möglichkeiten, Gallensteine ohne eine chirurgische Entfernung der Gallenblase zu behandeln. Es existieren konservative Verfahren wie die medikamentöse Auflösung (Lyse), allerdings sind dafür strenge medizinische Voraussetzungen erforderlich.
Medikamentöse Auflösung (Oral-Litholyse mit UDCA)
Mit dem Wirkstoff Ursodeoxycholsäure (UDCA) lässt sich die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit verändern. UDCA senkt den Cholesteringehalt in der Galle und kann reine Cholesteriensteine im Laufe der Zeit langsam anlösen.
Medizinische Voraussetzungen für eine erfolgreiche Auflösung:
- Steinzusammensetzung: Es muss sich um reine Cholesteriensteine handeln. Verkalkte Steine lassen sich medikamentös nicht auflösen.
- Steingröße: Die Steine dürfen höchstens 5 bis 10 mm groß sein.
- Funktionstüchtige Gallenblase: Die Gallenblase muss im Ultraschall eine gute Kontraktionsfähigkeit zeigen.
- Durchgängigkeit: Der Gallenblasengang darf nicht durch Steine blockiert sein.
Nachteile und Einschränkungen der Medikamententherapie
- Lange Behandlungsdauer: Die Einnahme von UDCA muss meist über 6 bis 24 Monate hinweg konsequent erfolgen.
- Hohes Rezidivrisiko: Bei über 50 % der Patienten bilden sich innerhalb weniger Jahre nach Absetzen der Medikamente neue Steine, da die individuelle Neigung zur Steinbildung bestehen bleibt.
Stoßwellentherapie (ESWL): Warum sie kaum noch angewendet wird
Die Zertrümmerung von Gallensteinen mittels Stoßwellen (Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie / ESWL) war früher verbreitet. Heute wird sie bei Gallenblasensteinen kaum noch durchgeführt, da abgehende Steinfragmente beim Ausspülen gefährliche Gallengangsblockaden oder Bauchspeicheldrüsenentzündungen auslösen können.
Pflanzliche Unterstützung für den Gallenfluss
Bitterstoffe aus Artischocken- und Löwenzahn-Präparaten fördern die Gallensekretion und halten zähflüssigen Gallenschlamm in Bewegung.
Bittertropfen auf Amazon findenFazit: Wann ist die Behandlung ohne OP sinnvoll?
Die medikamentöse Behandlung mit UDCA ist primär für Patienten geeignet, die nur geringe Beschwerden haben, bei denen OP-Risiken (z. B. durch schwere Vorerkrankungen) zu hoch sind oder bei denen sich noch weicher Gallengries (Sludge) gebildet hat.
Erfahren Sie auch mehr über die feinen Unterschiede zwischen Ultraschall-Befunden bei Gallensteinen oder lesen Sie Details zum Standardverfahren der Gallenblasen-OP.