Gallenschmerzen behandeln: Medizinische Möglichkeiten
Die Behandlung von Gallenschmerzen richtet sich strikt nach der zugrundeliegenden Ursache. Während leichte Beschwerden oft konservativ therapiert werden können, erfordern wiederkehrende Koliken oder Entzündungen meist einen chirurgischen Eingriff.
Die Diagnose beim Arzt: Der erste Schritt
Bevor eine Therapie begonnen wird, muss der Arzt (meist per Ultraschall des Oberbauchs) feststellen, ob Gallensteine vorliegen, die Gallenwege verstopft sind oder eine Entzündung (Cholezystitis) vorliegt. Begleitend wird oft ein Blutbild gemacht, um die Leber- und Entzündungswerte zu prüfen.
1. Akutbehandlung bei einer Gallenkolik
Steckt ein Gallenstein im Gang fest und löst eine akute Kolik aus, steht die Schmerzlinderung im Vordergrund. Hier arbeitet die Schulmedizin meist mit einer Kombination aus zwei Wirkstoffgruppen:
- Spasmolytika (Krampflöser): Medikamente wie Butylscopolaminiumbromid (bekannt als Buscopan) entspannen die glatte Muskulatur der Gallenwege.
- Schmerzmittel (Analgetika): Häufig werden Wirkstoffe wie Metamizol eingesetzt, da sie stark schmerzstillend und zusätzlich leicht krampflösend wirken.
Hinweis: Während einer akuten Kolik gilt strenge Nahrungskarenz – es sollte also vorerst absolut nichts gegessen werden, um die Galle nicht weiter zu stimulieren.
2. Konservative Methoden & Gallensteinauflösung
In seltenen Fällen können bestimmte Gallensteine (reine Cholesterinsteine, die kleiner als 5 mm sind) medikamentös mit **Ursodeoxycholsäure (UDCA)** über mehrere Monate hinweg aufgelöst werden. Die Erfolgsquote ist jedoch mäßig und das Risiko, dass sich neue Steine bilden, hoch.
Pflanzliche Unterstützung für die Regenerationsphase
Nach der ärztlichen Abklärung nutzen viele Betroffene Extrakte aus der **Mariendistel** oder der **Artischocke**. Diese unterstützen die Leberzellen und fördern einen gleichmäßigen Gallenfluss, was der Entstehung von Gries entgegenwirken kann.
Mariendistel-Präparate ansehen →3. Die operative Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie)
Wenn Gallensteine wiederholt zu schweren Koliken, Entzündungen oder Gelbsucht führen, ist die operative Entfernung der Gallenblase der medizinische Goldstandard.
Wie läuft die OP ab?
Der Eingriff erfolgt heute fast immer **laparoskopisch** (Schlüsselloch-Chirurgie) unter Vollnarkose. Über drei bis vier kleine Schnitte im Bauchraum werden eine Kamera und die chirurgischen Instrumente eingeführt. Der Krankenhausaufenthalt dauert meist nur wenige Tage.
Leben ohne Gallenblase – Geht das?
Ja, hervorragend sogar. Die Gallenblase ist lediglich das Speicherorgan für den Gallensaft, produziert wird er in der Leber. Ohne Gallenblase fließt der Saft kontinuierlich in geringen Mengen direkt in den Dünndarm. Der Körper passt sich im Laufe einiger Wochen an. In der ersten Zeit nach der OP ist jedoch eine fettarme Schonkost dringend ratsam.
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